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Griechenland ist zu einem guten Teil ein Inselreich. Die Inseln werden Gruppen zugeordnet: Kós gehört zu den 'südlichen Sporaden', die sich entlang der kleinasiatischen Küste (Türkei) erstrecken. Ihren Namen haben sie erhalten, weil sie über die östliche Ägäis 'verstreut' (gr. sporados) liegen - sie werden auch Dodekanes genannt ('12 Inseln'). Andere wichtige Sporaden-Inseln sind Sámos, Ikaría, Lipsí und natürlich Rhódos, Hauptinsel der Dodekanes
Bereits im 4. Jhdt., wurde das römische Imperium, dem ganz Griechenland einverleibt war, in ein weströmisches, von Italien dominiertes, und ein oströmisches (byzantinisches), von Byzanz/Konstantinopel (heute: Istanbul) aus regiertes Reich aufgeteilt. In diesem oströmischen Reich lag die griechische Inselwelt praktisch in der Mitte, umgeben von byzantinisch besiedeltem Festland
Durch den Verlust der kleinasiatischen Besitzungen einschließlich der alten Hauptstadt (Eroberung von Konstantinopel durch die Türken 1453) änderte sich die Lage: Kós und viele andere Inseln wurden zum griechischen Randgebiet, über lange Zeiten sogar unter türkischer, bisweilen venezianischer oder kreuzritterlicher Herrschaft. Die Insel-Griechen kämpften gegen diese Fremdherrschaft und für ein geeintes Griechenland ('Enosis') - die Ägäis war in den vergangenen Jahrhunderten politisch oft unruhig
Seit einigen Jahrzehnten nun ist Ruhe eingekehrt, die Inseln gehören wieder unbestritten zu Griechenland. Griechen und Touristen können nun gemeinsam den Frieden auf dieser landschaftlich wunderschönen und kulturell reichen Insel genießen.
Bereits im Altertum war Kós berühmt als Insel des Äskulap, des Gottes der Heilkunst. Hier stand sein größtes Heiligtum, und obwohl viel zerstört wurde, ist die Anlage auch heute noch beeindruckend. Grund für den Ausbau der Tempelanlage war das Wirken des legendären griechischen Arztes Hippokrates , dessen Verhalten bis heute Vorbild aller Ärzte weltweit ist (der 'Hippokrates-Eid' gilt bis heute als Berufsethos der Ärzte, auch wenn seine Formulierungen rechtlich keine bindenden Wirkung haben). Das Asklipieion liegt 4 km südwestlich von Kós-Stadt - nicht nur für Ärzte ein Pflichtbesuch
Kós liegt am östlichen Rand der griechischen Inselwelt, gerade einmal ein paar Kilometer vor der türkischen Küste. Den Kontakt der Kulturen spürt man heute noch in Kós-Stadt, dessen Stadtbild von Minaretten aus der Zeit der türkischen Besatzung geprägt wird, die hier und da die orthodoxen Kirchen überragen. Heute werden sie nicht mehr religiös genutzt, sondern dienen als Geschäfte. Und inmitten dieses orthodox-muslimischen Schmelztigels finden sich antike Überreste von Tempelanlagen oder anderen griechischen Gebäuden und eine venezianische Befestigung
Auch die Römer haben ihre Spuren auf der Insel hinterlassen, nicht nur in der Hauptstadt: Sie bauten auch in der Nähe des Asklipieions Thermen und nutzten die Insel so, wie sie heute auch oft genossen wird: zum Baden. Heute zieht man allerdings die wunderbaren Naturstrände künstlichen Badehäusern vor